Weil die nächste Gebührenerhöhung droht: Grüne Liste Trebur fordert Umdenken beim Abfallwirtschaftsverband

„Das bereitet mir gehörige Bauchschmerzen“, kommentiert Jan Stich von der Grünen Liste Trebur den Jahresabschluss 2020 des Abfallwirtschaftsverbandes. Erneut drohen Mehrkosten beim Müll für alle Bürgerinnen und Bürger. Denn der Jahresabschluss weist einen Fehlbetrag von 870 524,37 € auf. Weil der AWV diesen Betrag nicht erwirtschaften konnte, kündigt der Verbandsvorstand bereits eine Gebührenerhöhung an, euphemistisch verpackt als „Gebührenanpassung“.

„Besonders ärgerlich finde ich die Begründung, die der Verbandsvorstand selbst für diese Fehlkalkulation gibt“, sagt Stich und zitiert aus dem Jahresabschluss: „Ursächlich für das im Jahr 2020 zu erwartende Defizit ist in erster Linie die geringere Inanspruchnahme der Zusatzleerungen.“ In den Kalkulationen zeigt sich, dass der Abfallwirtschaftsverband mit mehr als doppelt so vielen Zusatzleerungen bei Rest- und Biomüll gerechnet hatte. „Das Ergebnis dieser Fehlkalkulation ist verheerend. Weil die Menschen ihren Müll effizient reduzieren, müssen jetzt zur Strafe alle mehr zahlen“, kritisiert Stich. Diese Fehlkalkulation müsse Konsequenzen für den zukünftigen Betrieb haben, fordert er. „Das kann nicht einfach so weitergehen. Die Menschen in Trebur sehen, dass die Müllfahrzeuge viel öfter durch den Ort fahren, als sie benötigt werden. Wir alle haben den teuren und chaotisch kommunizierten Tausch sämtlicher Mülltonnen erlebt. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Bürgerinnen und Bürger für solche ungefragten und unnötigen Dienstleistungen einfach weiter zur Kasse gebeten werden sollen.“

In einer gemeinsamen Erklärung mit der FDP hatte die Grüne Liste Trebur bereits im Februar 2019 mangelnde Kommunikation und versteckte Mehrkosten beim AWV kritisiert. „Das Kommunikationsverhalten zwischen Abfallwirtschaftsverband auf der einen, sowie Bürgerinnen und Bürgern in Trebur auf der anderen Seite ist von Anfang an problematisch“, klagt Dr. Sonja Mars, Fraktionsvorsitzende der Grünen Liste Trebur. „Die Idee des Abfallwirtschaftsverbandes war es, durch Synergien Einsparungen für die Bürgerinnen und Bürger zu erzielen“, erinnert sie. „Wenn der Abfallwirtschaftsverband jetzt im Gegenteil alle zwei Jahre immer teurer für die Bürgerinnen und Bürger wird, dann ist das Projekt gescheitert.“

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