Pressemitteilung: Die Verkehrswende braucht ein starkes Fundament

Das Umdenken hat begonnen. Mit der Corana-Pandemie stieg die Nachfrage nach Fahrrädern enorm an. Lieferengpässe für neue Räder und Teile sind die Folge. Doch nicht nur an Teilen hapert es: Auch an Fachkräften, die diese verbauen können. Genau hier setzt Florian Meffert vom FM Radservice an. Er hat im Januar den Geinsheimer Fahrrad-Laden in der Treburer Straße übernommen. Mitten in Geinsheim, aber auch mitten im Lockdown. Die Grüne Liste Trebur (GLT) hat Ende Februar die Chance genutzt und den Zweiradmechaniker-Meister digital besucht.

„Das ist für mich eine Berufung“, sagt Meffert über seine Arbeit. Seit Januar bietet er hauptsächlich Reparaturen an. Sobald er wieder öffnen darf, will er auch wieder mit persönlichem Kontakt Räder verkaufen, doch das Hauptaugenmerk liege derzeit noch ganz klar auf den Werstattanliegen. Im Moment sei die Nachfrage nach beidem sehr groß. Das weiß auch Oliver Claus. Er kandidiert auf Liste der GLT und hat selbst ein Fahrradgeschäft in Trebur. „Es ist nicht einfach, die ganzen Wartungen und Reparaturen zeitnah zu erledigen“, erzählt er. Meffert fügt hinzu, er habe bereits 180 Aufträge, aber als 1-Mann-Betrieb erst 90 Räder wieder auf Vordermann bringen können. „Es ist natürlich super, dass sich jetzt wieder mehr Menschen auf das Fahrrad besinnen, allerdings braucht es auch eine flächendeckende Versorgung durch Werkstätten, um dauerhaft mobil zu bleiben“, fordert GLT-Fraktionsvorsitzende Sonja Mars. Auch für Lilly Bunk von der GLT ist dieser Aspekt wichtig: „Trebur selbst ist wahrscheinlich zu klein für Konzepte wie Fahrradsharing, daher muss die breite Verfügbarkeit von Rädern das Ziel sein.“

Auch ein Wachstum könnte Meffert sich vorstellen, zunächst mit einer Stelle auf Minijob-Basis. „Es ist schwierig, eine gut geeignete Fachkraft zu finden; zudem braucht eine langfristige Bindung mit Blick auf die Pandemie eine Perspektive“, erzählt er. Andreas Mars von der GLT ergänzt: „Was wir brauchen, sind öffentliches Interesse und Möglichkeiten für die Branche. Man kann nicht erwarten, dass sich etwas wandelt ohne etwas dafür zu tun.“

Meffert selbst kommt aus Mörfelden-Walldorf und ist somit neu in der Großgemeinde. „Die Menschen sind so offenherzig, es gefällt mir richtig gut hier. Allerdings gibt es wenig Einzelhandel bis gar nichts, nicht mal ein Paket kann man hier abgeben“, führt der 31-Jährige aus. Dazu sei der Verkehrslärm immens. Herausforderungen für die Zukunft seien aber auch die  Konkurrenz durch das Internet und der Fachkräftemangel. Ideen für die Zukunft gibt es viele, eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Grundschulen oder auch ein durch die GLT bereits angedachtes regelmäßiges Repair-Café.

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