Am Montag, den 01.09.2025 fand im Rathaus Trebur eine Bürgerversammlung zum Thema Japankäfer statt. Vertreter:innen des Regierungspräsidiums Gießen informierten über die aktuelle Situation, mögliche Gefahren und notwendige Maßnahmen.
Was ist der Japankäfer?
Der Japankäfer ist ein ursprünglich aus Japan stammender Schädling. Der Japankäfer ist ein nicht sehr aktives Fluginsekt. Innerhalb der EU wird er als prioritärer Quarantäneschädling mit hohem Schadpotential geführt. In Europa breitet er sich zunehmend aus – nach Gebieten mit Befall in Italien und der Schweiz gibt es seit diesem Jahr auch welche in Baden-Württemberg.
Der Japankäfer sorgt für erhebliche Schäden. Er befällt ca. 400 unterschiedliche Pflanzenarten und schafft es, Pflanzen bis auf die Blattadern wegzufressen (Skelettierfraß). Die Larven ernähren sich von Graswurzeln.
Aussehen: kleiner Käfer (kleiner als ein 1 Cent-Stück), in etwa so groß wie eine Kaffeebohne. Grün schimmernder Kopfteil, kupferfarbene Flügeldecken. 12 weiße Haarbüschel am Hinterteil.
Aktuelle Lage in Trebur
- Mit Stand Montag 6 Exemplare (1 Ursprungsfund und weitere 5 Käfer in Pheromonfallen). Lt. DNA-Analysen stammen diese aus Italienischer/Schweizer Population.
- In Trebur wurden eine Allgemeinverfügung und ein Aktionsplan zur Verhinderung der Ansiedlung und Ausbreitung des Japankäfers erlassen.
- Ziel ist die Tilgung des Schädlings und die Verhinderung weiterer Ausbreitung.
Um den Erstfund befindet sich die sog. Befallszone mit einem Radius von 1 km. Daran schließt sich eine Pufferzone mit einem Radius von 5 km an.
Innerhalb der Befallszone gilt ein Bewässerungsverbot von Rasen- und Grasflächen in der Zeit der Flugperiode des Käfers vom 01.06. bis zum 30.09., um die Entwicklung der Larven zu verhindern. Ebenfalls während der Flugperiode ist die Verbringung von unbehandeltem Grüngut verboten. Ganzjährig müssen Fahrzeuge und Geräte zur Bodenbearbeitung gereinigt werden, um die Verschleppung von Eiern, Larven und Puppen zu verhindern. Ebenfalls ganzjährig gilt ein Verbot zur Verbringung von Oberboden (bis 30 cm). Während der Flugperiode müssen Ernteprodukte kontrolliert werden, um die Verschleppung der Käfer zu verhindern. Während der Flugperiode gilt außerdem eine Überwachungspflicht für Unternehmer.
Die Gemeinde Trebur bittet darum, sonstige Gartenabfälle bis auf Weiteres, voraussichtlich bis Ende September, im Garten zu lagern. Die betroffenen Kommunen arbeiten in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium kurzfristig an einer Lösung für die Entsorgung von Grünschnitt aus der Kern- und Pufferzone. Die Grünabfallplätze der Gemeinde Trebur (alle Ortsteile) sind bis auf Weiteres geschlossen. Näheres unter https://trebur.de/leben-in-trebur/japankaefer.html
Die Biomülltonne wird weiterhin im entsprechenden Rhythmus eingesammelt. Es ist aber darauf zu achten, dass nur kleingehäckseltes Material (kleiner als 5 cm) oder mit dem Mäher ausreichend zerkleinerter Rasenschnitt in der Tonne entsorgt werden.
Wie kann man darüber hinaus mithelfen?
- Beobachten: Eigene Gärten und Pflanzen auf Käferbefall prüfen. Ebenso Pflanzen und Sträucher bei Spaziergängen prüfen.
- Melden: Verdächtige Funde sofort an das Regierungspräsidium Gießen melden, Fotos an psd-pflanzengesundheit@rpgi.hessen.de.
- Mithelfen: Keine Pflanzen oder Erde aus der Befallszone heraus transportieren.
Unser Fazit
Die Infoveranstaltung hat gezeigt: Das Thema wird uns in Trebur noch eine Weile beschäftigen.
Wir als Grüne Liste Trebur setzen uns dafür ein, dass Maßnahmen zum Schutz von Natur und Landwirtschaft konsequent umgesetzt werden – und dass Bürger:innen gut informiert sind.
👉 Eine Übersicht mit weiteren Informationen und Ansprechpartner:innen finden Sie auf der Website des Regierungspräsidiums Gießen: https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzengesundheit/amtliche-erhebungen/der-japankaefer-popillia-japonica/
